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Freedom Planet

Review

Freedom Planet ist eine friedliche Welt voller Kreaturen, die Tieren gleichen aber die Persönlichkeit eines Menschen besitzen. Doch die Ruhe soll nicht lange währen, denn aus dem Nichts wird das Reich von einer mysteriösen, außerirdischen Existenz bedroht. Lord Brevon, mächtig, groß und skrupellos, schreckt vor nichts zurück um seinen Zielen näher zu kommen. Wie sie lauten? Den Kingdom Stone an sich reißen und den Planet in Schutt und Asche legen. Unterstützung erhält er von seinen Schergen, der Schlange Serpentine oder auch Kreaturen namens Syntax, welche ein Mischwesen aus Alien und buchstäblich digitaler Datenkrake sind. Jene informieren Lord Brevon stets über die aktuellsten Ereignisse.

Doch wo es Böses gibt, gibt es natürlich auch das Gute. Nach der anfänglich beschriebenen Eingangsszene werden einem die Protagonisten des Spiels vorgestellt. Lilac, ein lila Drache, und Carol, eine grüne Wildkatze, sind ein frei lebendes und forsches Duo sowie beste Freundinnen. Sie leben in Dragon Valley in einem Baumhaus und geraten zufällig in alle Geschehnisse, als sie ein abgestürztes Raumschiff entdecken, in dem sich seine Ente/Alien namens Torque aufhält. Gemeinsam beschließen sie die Welt zu retten, den Kingdom Stone zurück zu erobern und Lord Brevon niederzustrecken.

Die Reise beginnt

Im Verlauf ihrer Reise treffen sie auf zahlreiche Verbündete, aber auch Feinde - zumindest temporär. Denn nach und nach führen alle Fäden zusammen und ergeben für alle betroffenen nur eine logische Schlussfolgerung: dass Lord Brevon hinter all dem Ärger steckt. Wichtigste Verbündete ist Milla, ein kleiner Hase, der übernatürliche Kräfte besitzt. Sie komplettiert das Trio der steuerbaren Charaktere.

Lilac stellt für jeden den besten Einstieg dar. Sie kann schnell rennen, kurzzeitig schweben und durch eine Wirbelattacke enormen Schaden zufügen. Diese lässt sich allerdings nur ausführen, wenn der Energiebalken komplett gefüllt ist.

Ihre beste Freundin Carol hingegen kann weder schweben noch schnell rennen, dafür hat sie die Fähigkeit einen Multi-Kick auszuführen oder mit einem Bike Lilacs Tempo in nichts nachzustehen. Dieses muss allerdings mit Hilfe von Benzinkanistern mit Treibstoff versorgt werden, da es ansonsten verschwindet und Carol zu Fuß weiter laufen muss. Glücklicherweise sind diese in allen Welten verstreut. Aufgrund dieser Einschränkungen ist ihr Handling etwas schwieriger.

Wer noch weiter herausgefordert werden möchte, wählt die infantile Milla als spielbaren Charakter. Sie besitzt völlig andere Moves, wie das Beschwören eines großen, Gelee-artigen Blocks, welchen sie auf Gegner werfen kann. Ihr Schutzschild hält gegnerische Angriffe fern und dient zugleich als schwache Attacke. Wie Lilac kann sie schweben, jedoch länger und höher.

Im Gegensatz zu ihren beiden neu gewonnenen Freundinnen, welche stets sieben Blätter als Energie-Anzeige besitzen, muss Milla mit lediglich vier Blättern auskommen. Jene Blätter gehen je nach Stärke des gegnerischen Angriffs in halben Schritten verloren. Somit gibt sie dem Spieler nicht nur eine andere Spielerfahrung, sondern erhöht dadurch auch den Schwierigkeitsgrad, da man schneller Leben verlieren kann.

Gedächtnistraining

Wer ein einfaches Spiel erwartet hat sich getäuscht, denn allgemein ist der Schwierigkeitsgrad in Freedom Planet nicht zu unterschätzen. Zwar lassen sich alle Level problemlos durchqueren, allerdings gibt es allerlei Gegenstände zu sammeln, was ein häufigeres Durchspielen notwendig macht. Neben Bonuskarten, mit denen man am Ende eines Lebens Goodies erhalten kann, gibt es auch diverse Kristalle einzusammeln. Diese sind in verschiedenen Farben verfügbar und offenbaren nach ihrer Zerstörung verschiedene Power-Ups. Neben Erhöhung des Angriffs oder dem Schutz vor gegnerischen Attacken, können auch mit Hilfe einer Schutzaura kleine Kristalle ohne Berührung automatisch eingesammelt oder unter Wasser beliebig lang getaucht werden. Befindet sich letzterer außerhalb des Wassers, zerschellt er beim Zerstören in viele kleine Kristalle. Sammelt man viele dieser kleinen Funkelsteine, erhält man ein zusätzliches Leben. Leider wird deren Funktion nie erklärt, sondern man muss sie durch Probieren herausfinden.

All diese Hilfen sind enorm wichtig, denn wie bereits erwähnt steigt der Schwierigkeitsgrad im Verlauf des Spiels stark an. Nicht nur müssen mehr Feinde mit noch mehr Hits besiegt werden, vor allem die Endgegner sind teilweise eine harte Nuss. Doch diese Herausforderung ist zugleich die größte Schwäche des Spiels. Denn sind die Bosse zum einen sehr schwer, lassen diese sich mit dem Einstudieren ihrer Moves leicht besiegen. Bis man allerdings diese auswendig gelernt hat und ihre Reihenfolge beherrscht, verliert man häufig viele Leben - und gelegentlich die Geduld. Außerdem können manche Bosse durch das Erklimmen diverser Plattformen ausgetrickst werden. So verrichten sie ihre Angriffe am Boden der Arena, während man von weiter oben Schaden zufügen kann.

Langzeitmotivation

Dennoch hält sich dies im Gleichgewicht mit den schön gestalteten Welten. Von einer grünen Landschaft, bis hin zu einer Eiswelt, einer chinesischen Stadt oder der Kanalisation - die Vielfalt der Level ist groß und ausgewogen. Großer Pluspunkt ist, dass wenn man die Geschichte komplett erleben und verstehen möchte, man mit jedem Charakter den Adventure-Modus durchspielen sollte. Nicht nur werden unterschiedliche Perspektiven der Protagonisten gezeigt, auch werden abhängig vom Plot verschiedene Level gespielt. Diese wirken allesamt wie ein Best-Of verschiedener Plattformer der 90er Jahre à la Super Mario, Spyro oder Crash Bandicoot. Besonders der Einfluss von Sonic geht deutlich hervor, denn Freedom Planet legt ähnlichen Wert auf Geschwindigkeit. Eine tolle Sprachausgabe und musikalische Untermalung ergänzen die Optik dieser Level immens. Sehr löblich.

Wer keine Lust auf lange Cut-Szenes hat, kann neben dem Adventure Mode auch den Classic Mode spielen, in dem man lediglich alle Level eines Charakters hintereinander spielt und somit seinen Score verbessern kann. Falls auch das zu langwierig ist und man nur spezielle Welten wiederholen möchte, kann man im Modus Time Attack seine Zeiten verbessern. Auch ein Trainings-Level mit mehreren Stages wird je Charakter geboten, in dem man so schnell wie möglich Zielscheiben zerstören muss. Leider können Bestzeiten nicht online verglichen werden.

Single

84

Gesamt
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Multi

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Ein gelungenes Spiel der alten Schule, welches wie eine Art Best-Of-Platformer der 90er Jahre wirkt. Es hat zwar ein paar Schwächen, allerdings werden diese durch den überraschend großzügigen Umfang ausgeglichen.
KodyBits
PROs
  • Liebevolle und abwechslungsreiche Welten
  • Soundtrack und Sprachausgabe
  • Retro-Feeling
  • Story kann aus verschiedenen Perspektiven erlebt werden
CONs
  • Bosskämpfe müssen einstudiert werden
  • Kein Online-Mode zum Vergleich von High-Scores

Freedom Planet

Publisher

  • Marvelous

Entwickler

  • XSEED Games

Genre

  • Action,
  • Adventure

Offline

  • 1 Spieler

Online

  • Nicht verfügbar
  • Nintendo Switch
  • Release: 30.08.2018

* Der angegebene Preis orientiert sich an der UVP (unverbindlichen Preisempfehlung) oder am Preisangebot von Amazon. Im Vergleich zu anderen Anbietern kann der angegebene Preis geringer oder höher ausfallen. Aktualisiert: 30.08.2018

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