Ubisoft

Zombi U

Review

ZombiU war ein heiß ersehnter Titel, welcher exklusiv für die WiiU erscheinen und DAS Vorzeigespiel sein sollte, um zu demonstrieren, welche Möglichkeiten Nintendos neueste Konsole bietet. Er wurde von vielen hoch gelobt aber auch gleichermaßen scharf kritisiert. Ob die Kritiken gerechtfertigt sind? Zunächst aber die Handlung.

Vor 400 Jahren verkündete ein Anstronom namens John Dee eine apokalyptische Prophezeiung, welche auch als "The Black Prophecy" bekannst ist und Unheil über die gesamte Welt bringen soll. Im Jahr 2012 solle diese Prophezeiung wahr werden, weshalb ein Mann Vorhersagungen trifft und eine geheime Organisation namens "Ravens of Dee" diese nutzt, um gegen das Übel Vorkehrungen zu treffen. Im November 2012 äußert sich der Beginn des Untergangs in Form eines Zombie-Ausbruchs in London, welches das Hauptszenario darstellen soll. Seitdem versucht ein überlebender Arzt der Queen in den Untergründen des Buckingham Palace ein Gegenmittel zu finden.

EIN SICHERES PLÄTZCHEN

Ausgangspunkt ist, dass man sich mitten in London befindet und sich vor umherlaufenden Zombies retten muss. Da man mit der Steuerung noch nicht vertraut ist, kann es durchaus passieren, dass man an dieser Stelle das erste Mal sein Leben lassen muss. Das primäre Ziel stellt allerdings die Londoner U-Bahn-Station dar. Man kämpt sich also bis zu dieser vor und verbarrikadiert sich in einem Bürokomplex - dem Safehouse.

Dort angekommen kann man zunächst einmal durschnaufen. Hier gibt es ein Computersystem, eine Schlafstätte, einen Container und einen Raum, welcher nur mit einer Keycard zugänglich ist. Auf diesen komme ich später zurück.

Der Computer zeigt die Überwachungskamers von London an. Das Problem ist allerdings, dass man nicht von überall auf diese zugreifen kann. Deshalb muss man in jedem Gebiet einen CCTV-Verteiler finden und diesen mit seinem Handcomputer scannen, um auf diesem die Kartenübersicht anzeigen lassen zu können. Welche Möglichkeiten dieser bietet erläutere ich ebenfalls weiter unten.

Die Schlafstätte ist der Ort, an dem man sich ausruhen, seine Energie wieder auftanken und zudem seinen Spielstand speichern kann. Sollte man jedoch gestorben sein, wird man wieder automatisch hierher gebracht und das Spiel speichert den aktuellen Fortschritt. Dies ist zwar positiv, da man immer weiß wo man wieder anfangen muss, allerdings bietet dies einen gravierenden Nachteil.

DER NÄCHSTE BITTE

In ZombiU spielt man nämlich nicht einen speziellen Hauptcharakter, sondern wird zufällig einem Überlebenden zugeordnet. Dies kann sowohl ein Mann, als auch eine Frau sein. Um auf den erwähnten Nachteil einzugehen sei angemerkt, dass wenn man mit seinem Charakter gestorben ist, er an dieser Position zurück bleibt, SAMT Ausrüstung. Das heißt, nach dessen Ableben befindet man sich zwar wieder im Safehouse, die gesamte Ausrüstung ist allerdings verloren - fast! Denn man kann zwar an diese Stelle zurückkehren, jedoch hat sich der Überlebende in einen Zombie verwandelt, welchen man zur Strecke bringen muss. Anschließend kann man wieder seine Waffen und Heilgegenstände an sich nehmen. Das ist ein sehr interessantes Feature, welches motiviert, möglichst nicht zu sterben. Denn sobald man gestorben ist, ist man lediglich im Besitz eines Cricket-Schlägers und einer Schusswaffe mit sechs Salven. Und das sind harte Voraussetzungen um sich wieder bis zu der Positoin vor zu kämpfen. Dennoch kann es auf die Dauer nervend sein, wenn man an derselben Stelle immer wieder stirbt und folglich ständig zu jenem Ort zurück laufen und sein altes Ego töten muss.

Positiv anzumerken ist, dass ALLES, was im Spiel verändert wird, auch so bleibt. Wenn ich also mit meinem Charakter einige Zombies umgebracht habe und dann doch einem weiteren zum Opfer gefallen bin, muss ich all die zuvor ermordeten Mutationen nicht erneut umlegen, sondern kann mich bis zu diesem Punkt nahezu problemlos vorarbeiten. Manchmal empfand ich dies als störend, weil ich dann längere Strecken zurück legen musste, aber besser gezielt zu einem Ort laufen, als all die Gegner erneut besiegen.

Aber um auf das Safehouse zurück zu kommen sei noch der Container erwähnt. Mit dem Fakt im Hinterkopf, dass man all seine Ausrüstung an einen Zombie verlieren kann, indem man gestorben ist, besteht die Möglichkeit Waffen, Heilmittel und Co in diesem zu verstauen. Wenn man also wieder einmal sein Leben lassen musste, kann man auf den Inhalt des Containers zugreifen. Das kann in schwierigen Situationen manchmal hilfreich sein, wenn man nicht komplett "blank" weiter spielen möchte. Allerdings ist es äußerst schwierig diesen zu füllen, denn man läuft nicht ständig zum Safehouse zurück, um dort Gegenstände zu deponieren, oder hat überhaupt genug Munition oder Waffen, um diese dort unterzubringen.

Denn ZombiU ist ein äußerst schnelles Spiel. Passt man einmal nicht auf, ist man tot. Zwar sind die Zombies zunächst nicht die schlausten, das heißt, sie laufen meistens nach demselben Muster auf dich zu und wollen dich zerfleischen. Wenn man aber von mehreren umzingelt wird und damit beschäftigt ist einen zu töten, wird man des öfteren von einem hinterhältig ergriffen und zu Boden gerissen. Hier trumpft das Spiel mit seiner Stärke auf, denn solche Momente sind sehr angsteinflößend und provozieren Panikreaktionen.

SCAN' UM DEIN LEBEN

Das klingt zwar alles danach, als wenn das Spiel eine harte Nuss sei, aber um dem ganzen aber mehr Tiefe und Taktik zu verleihen, besitzt der Charakter den bereits erwähnten Handcomputer. Wie zuvor beschrieben werden auf diesem die Karten der Umgebung angezeigt, sofern man die CCTV-Verteiler gescannt hat. Hat man dies noch nicht geschafft, ist die Karte komplett schwarz und man muss vorsichtig die Gänge erforschen. Aber ganz hilflos ist man nicht, denn das Gerät hat eine äußerst nützliche Funktion. Drückt man in der unteren rechten Ecke des Gamepads den Scan-Button, wird die Umgebung in einem gewissen Radius gescannt und alle Lebewesen werden per Radar angezeigt. Tückisch ist, das sowohl Zombies, als auch Ratten und Raben erfasst werden. So kam es des öfteren vor, dass man einen Umweg suchte, um die Horde aus dem Hinterhalt zu attackieren, dann aber doch nur vor einem Haufen Nager stand.

Ein weiteres wichtiges Feature ist das Nachtsichtgerät. Mit dessen Hilfe kann man die Umgebung trotz Dunkelheit erforschen und mit weißen Kugeln markierte Objekte scannen. Einmal in dem Handcomputer erfasst, werden diese auf der Karte eingespeichert. So weiß man genau, wo sich Türen befinden, Objekte oder auch zu plündernde Zombies herum liegen - das Plündern ist demnach äußerst wichtig, um an zusätzliche Munition und Heiltränke zu gelangen. Während man die Umgebung abscannt, muss man dazu auf das Gamepad schauen und sich dabei selbst drehen, um die Räumlichkeiten zu untersuchen. So entsteht mehr Interaktivität und steigert den Spielspaß enorm.

VOLLE TASCHEN 

Mithilfe des Gamepads lässt sich außerdem der Rucksack verwalten, in welchen bis zu zehn Gegenstände Platz finden. Weitere vier, wie Waffen oder Medipacks, lassen sich außerhalb diesen platzieren. Zwei weitere, fest vorgesehene Slots sind einmal der Cricket-Schläger (eine Nahkampfwaffe, falls man keine Munition mehr hat) und die Taschenlampe. Aber aufgepassen, denn nutzt man diese ununterbrochen, zählt ein Countdown bis auf Null runter. Danach ist der Akku der Lampe aufgebraucht und muss erst durch kurzes Warten wieder aufgeladen werden.

Neben der Standardwaffe und Munition, gibt es verschiedene Heilmittel, Handgranaten, Leuchtfackeln, bessere Waffen, Upgrades und Holzbretter. Letztere kann man zum verriegeln von Türen verwenden. So haben es die Zombies in manchen Situationen nicht leicht eine Tür zu durchbrechen. Außerdem gibt es auch wichtige Objkete wie einen Dietrich, einen Hammer oder diverse Upgrades von Waffen. Diese sind im Verlauf des Spiels unverzichtbar. Zu diesen wichtigen Objekten gehören auch Keycards.

Mit diesen Keycards lassen sich spezielle Türen öffnen, welche sich ab und an in den Gängen befinden. Im Verlauf des Spiels entdeckt man Gullideckel, welche manchmal offensichtlich, aber auch versteckt, zu finden sind. Diese führen in die Kanalisation, welche den direkten Weg zum Safehouse bieten. Nach den ersten Aufgaben findet man solch eine Keycard, welche z.B. den Weg zu dem anfangs erwähnten, versperrten Raum freigibt, in welchem sich solch ein Gullideckel verbirgt. Dieser stellt somit den Verbindungspunkt zu den verschiedenen Orten dar.

KLUG, ABER HÄSSLICH

In den ersten Schritten des Spiels ist es relativ simpel die Scharen an Zombies zu töten - vorausgesetzt man beherrscht die Steuerung. Sie agieren nach denselben Mustern, bewegen sich auf dich zu, wollen dir an die Gurgel und sind meistens aus der Ferne sichtbar, damit man sich auf ein Gefecht einstellen kann. Doch je weiter man im Spiel voranschreitet, desto intelligenter und abwechslungsreicher werden sie. So bewegen sie sich auf einmal viel schneller auf einen zu oder tragen einen Stahlhelm, welcher zunächst abgeschossen werden muss, um die empfindlichste Stelle (den Kopf) zu treffen. Andere Zombies bespritzen einen mit Säure, welche nicht nur Schaden anrichtet, sondern auch einem die Sicht erschwert. Abwechslung tritt demnach im Verlauf des Spiels ein, was sehr einsteigerfreundlich ist.

Zwar nimmt ihre Intelligenz immer weiter zu, jedoch macht diese nicht ihr Aussehen wett. Die Zombies sehen zwar gruselig und angsteinflößend aus, dennoch haben hier die Entwickler ein wenig geschludert. Die Grafik ansich ist echt top und allein durch die Vignette wirkt das Sichtfeld bedrohlicher. Mit der Umgebungsgestaltung können die Menschen und Zombies trotzdem nicht mithalten. Akustisch ist das Spiel echt klasse, denn die Soudeffekte und Hintergrundmusik sind sehr stimmig und unterstreichen die Szenerie. Allein durch die orchestrale Begleitung schnellt der Herzschlag in die Höhe (nicht umsonst gibt es den Soundtrack zu dem Spiel separat zu erwerben)!

OLDSCHOOL

Kann man nun sagen, dass ZombiU ein Vorzeigespiel für die Wii U ist? Ich würde diese Frage zu grundsätzlich mit Ja beantworten. Das Spiel weist zum einen ganz klar Mängel auf. Nicht nur die veraltet aussehenden Lebewesen, sondern auch das System nach dem Tod in einen neuen Überlebenden überzugehen wurde nicht ganz durchdacht. Denn wie kann es sein, dass man als fremde Person, die in dem Safehouse aufwacht, ohne zu Fragen den Befehlen des Kommandanten gehorcht, oder der Arzt der Queen einen gleich erkennt, obwohl man zuvor eine andere Person war? Auch dass man nach dem Ableben wieder bis zu dem Todesort zurück laufen muss ist zwar nett, aber da die bereits erschlagenen Gegner besiegt bleiben, ist das Feature unnötig. Denn man läuft lediglich einen verwaisten Weg ab, um dort weiterzumachen, wo man aufgehört hat.

Diese negativen Punkte werden aber zum anderen durch den Rest des Games relativiert - die Atmosphäre des Spiels ist nämlich absolut genial, denn man hat von Beginn an Angst und Gänsehaut. Wer ein Spiel im Stil von Resident Evil & Co erwartet sollte sich dessen bewusst sein, dass ZombiU mit den heutigen Ablegern des erfolgreichen Horror-Spiels nicht mehr so viel gemeinsam hat. Wo der Action-Anteil bei Resident Evil drastisch zunahm, fehlt dieser bei ZombiU gänzlich. Schließlich handelt es sich hierbei um ein Survival-Horror-Game aus der alten Schule und weiß zu überzeugen.

Auch die Integration des Gamepads haben die Entwickler sehr gut gemeistert. Allein durch das Scannen der Umgebung ist die Interaktivität mit dem Spiel drastisch gestiegen. Auch kann man das Gamepad nach einer kleinen Eingewöhnugsphase blind bedienen, um etwa den Radar zu verwenden. Zu keinem Zeitpunkt wirkt der Wechsel zwischen Fernseher und Gamepad störend, eher im Gegenteil!

DER UMFANG

Wie man merkt bietet die Kampagne (so heißt der Einzelspieler-Modus) sehr viele Horror-Momente. Mit einer ungefähren Spielzeit von 8 bis 12 Stunden hat man genug zu tun, je nachdem wie oft man stirbt. ;-) Zudem kann man zwischen dem normalen und dem Überlebens-Modus auswählen. Ersterer bietet den normalen Spielspaß. Man muss versuchen so lange wie möglich mit einem Charakter zu überleben, was mit Punkten vergütet wird. Der Überlebens-Modus ist aber im Vergleich extrem schwer, denn man darf kein einziges Mal sterben. Ich wage zu behaupten, dass es FAST unmöglich ist, da man dazu das Spiel nahezu auswendig kennen muss.

Im Multiplayer repräsentiert ein Spieler einen Überlebenden, welcher von einer Horde Zombies gejagdt wird. So kann der eine Spieler dem anderen das Leben äußerst schwer machen. Neben den üblichen Optionen kann man auch über die Ubisoft-proprietäre App U-Play Zusatzinhalte herunterladen, sofern man bestimmte Vorgaben im Spiel erfüllt hat. Ein zusätzliches, nettes Feature stellt der Modus dar, in welchem man sein Gesicht via Gamepad-Kamera in einen Zombie verwandeln lassen kann - in Echtzeit! Dabei enstehen sehr lustige, aber auch schaurige Bilder, welche man hochladen und speichern kann. Für langweilige Momente macht das echt Spaß! Als letztes sei die Unterstützung von Miiverse erwähnt, denn wie angekündigt kann man mitten im Spiel die Communites aufsuchen, Fragen und Kommentare posten, aber auch lustige Schnappschüsse zeigen! Um anderen Spielern eine Hilfestellung zu bieten oder selbst Hilfe in Anspruch zu nehmen, ist dieses Feature ebenfalls sehr nützlich.

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Multi

76

Ich kann guten Gewissens sagen, dass ZombiU ein Vorzeigespiel für die WiiU ist. Natürlich ist das Game erst ab 18, sehr blutig und nicht für jedermann geeignet. Aber für diejenigen, die ein dickes Fell haben, ist ZombiU perfekt.
KodyBits
PROs
  • Schauriges Szenario
  • Innovativer Einsatz des Gamepads
CONs
  • Man wird immer wieder zum Safehouse zurück geworfen
  • Alle Waffen sind nach dem Tod weg

Zombi U

Publisher / Entwickler

  • Ubisoft

Genre

  • Action,
  • Survival-Horror

Offline

  • 1-2 Spieler

Online

  • 1-2 Spieler
  • Nintendo Wii U
  • Release: 29.11.2012
  • Playstation 4
  • Release: 21.01.2016
  • Windows PC
  • Release: 21.01.2016

* Der angegebene Preis orientiert sich an der UVP (unverbindlichen Preisempfehlung) oder am Preisangebot von Amazon. Im Vergleich zu anderen Anbietern kann der angegebene Preis geringer oder höher ausfallen. Aktualisiert: 20.08.2018

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